28.01.2021

Arbeiten der Preisträger*innen im Essaywettbewerb (2/2)

Der 15. Deutsch-Essay-Wettbewerb der Berkenkamp-Stiftung in Nordrhein-Westfalen stand 2020 im Zeichen Friedrich Hölderlins. Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe konnten aus drei Themen wählen. Hier einige Auszüge aus den prämierten Einsendungen zum Thema Nr. 2: »Gut ist es, an andern sich zu halten. Denn keiner trägt das Leben allein.« (Hymnenentwurf ›Die Titanen‹):

Nun heißt Halt eben auch zu halten, sich anzustrengen, Erwartungen und Vorstellungen gerecht zu werden und Enttäuschung zu verspüren. Gegenwind auf hoher See. Denn der Mensch ist kein vollkommenes Wesen. Er mag individuell und bestimmt auch einzigartig sein, aber gerade diese Beziehung bedingt Verletzbarkeit. Und diese Abhängigkeit, nenne man sie, so schön, Sicherheit, ist ein Geben und Nehmen. Ich bitte um Entschuldigung, wohl eine weitere Illusion zu zerstören: Nicht jeder Halt schenkt Erleichterung. Nun muss man als kluges Wesen also zwischen dem Guten und Bösen und dem Leichten und Schweren wählen. Ist es fair, eine Hand loszulassen, die sich an mir versucht zu halten, weil sie droht, von Bord zu gehen? Habe ich als Mensch keine gewisse Pflicht auch als helfende Hand zu wirken? Willkommen in der Realität lieber Leser, in der das Leben nicht gerecht, das Meer nicht ruhig und nicht jede Antwort genugtuend ist.

Nina Bohlken
Konrad-Heresbach-Gymnasium Mettmann


Zuerst empfinde ich es als notwendig, sich genauer mit der Aussage an sich zu beschäftigen. Was bedeutet ›gut‹ überhaupt? Ich empfinde ›gut‹ als etwas Positives, welches individuell definiert werden muss. Aber was ist gut für wen? In Hölderlins Aussage solle es gut für ein Individuum sein, sich an ein anderes Individuum zu halten. Doch wie hält man sich an jemanden? Im Allgemeinen könnte man sagen, man beschäftigt sich längerfristig mit einer Person. Man hält sich an jemanden, indem man Zeit mit ihm verbringt, Träume und persönliche Sachen miteinander teilt und sich gegenseitig hilft. Hielte man dies ein, trüge man das Leben nicht allein. Jetzt möchte ich noch klären: Was ist mit dem Wort ›tragen‹ gemeint? Ist unser Leben so negativ besetzt, dass wir unser Leben ertragen müssen? Meiner Ansicht nach ist es eher wie ein Geschenk, welches schöner wird, wenn wir es mit anderen teilen können.

Carlotta Klieber
Rudolph-Brandes-Gymnasium Bad Salzuflen


Aus den prämierten Einsendungen zum Thema Nr. 3: ›Ein geglückter Tag‹:

Jede Person auf dieser Welt, egal wer, hat eine Definition von Glück, die sich zumindest minimal von der des nächsten unterscheidet, somit kann ein geglückter Tag für jeden etwas anderes bedeuten und damit kann Glück auch viele verschiedenen Auslöser haben. Doch abgesehen davon, was der Grund für einen geglückten Tag auch sein mag, ist das eigentliche, das Glück, für alle gleich. Ein Gefühl voller Freude und Hoffnung, das durch die verschiedensten Dinge hervortreten kann.

Aileen Pilger
Städtisches Gymnasium Bergkamen

Diese wie auch alle anderen ausgezeichneten Beiträge können hier vollständig nachgelesen werden.