08.07.2021

Im Garten am Turm: Hölderlins Gedichte mit dem Körper lesen

Zu Hölderlins Zeit gehörte zum Tübinger Turm lediglich ein kleiner Küchengarten, der 1876 überbaut wurde. Die daran angrenzende Grünfläche war lange Teil des Klinikums. Im September 1806, zwölf Tage nach Hölderlins Einlieferung in das Universitätsklinikum, wurde die steinerne Treppe fertiggestellt, die zu der Grünfläche führt. Klinikdirektor Autenrieth wollte mit dieser Treppe im Brandfall einen leichteren Zugang zum Neckar schaffen und den Garten zur therapeutischen Nutzung erschließen. Auch Hölderlin wurde dort im Zuge seiner Behandlung Spazierengehen verordnet.

Gänzlich ohne therapeutischen Zwang ist der Garten heute zu begehen. Im Zuge des Hölderlin-Jubiläums wurde das gesamte Gartengelände von der Wüstenrot Stiftung instandgesetzt und – in enger Beziehung zur neuen Ausstellung im Turm – völlig neu gestaltet. Unter anderem lädt eine Laufstrecke dazu ein, Hölderlins Gedichte in drei verschiedenen Geschwindigkeiten zu laufen. Dabei können jede und jeder experimentell bestimmen, welches Tempo am besten zum jeweiligen Gedicht passt.

© Museum Hölderlinturm Tübingen

© Museum Hölderlinturm Tübingen

© Museum Hölderlinturm Tübingen

© Museum Hölderlinturm Tübingen

© Museum Hölderlinturm Tübingen

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