18.03.2020

Walter Zimmermanns Briefoper ›Hyperion‹

Vor 30 Jahren machte der Komponist Walter Zimmermann aus Hölderlins ›Hyperion‹-Roman eine Briefoper. Bei der Aufführung wurden die Eremitenbriefe live geschrieben und projiziert. Anlässlich Hölderlins Geburtstag wird die Situation nun filmisch wiedererweckt: Man sieht D. E. Sattler, den Herausgeber der Frankfurter Hölderlin-Ausgabe, beim Schreiben der Briefe und hört die Teile II bis IV aus einer Aufnahme von der Uraufführung während der Frankfurt Feste 1992.

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Felix Philipp Ingold schreibt an Walter Zimmermann: »ingeniös, wie du die Schreibfederkratzgeräusche musikalisch realisierst, die Stimmen (durcheinander, miteinander, gegeneinander) führst« und Zimmermann selbst äußerst sich so: »Ich bin ein Verehrer von Jean Marie Straubs strenger Filmkunst und so wollte ich bei der blanken Verfilmung des schreibenden D. E. Sattler bleiben, auch wenn es den heutigen Gepflogenheiten des dramatischen Bildwechsels widerspricht.« Die Musik fließe »am Schluss während der ›Scheltrede über die Deutschen‹ […] mit dem Geschriebenen zusammen um dann im Epilog ›Wenn aus der Ferne‹ synchron sich mit der Original Handschrift Hölderlins zu verweben.«

Die Uraufführung von Zimmermanns Briefoper 1992. © Walter Zimmermann

Die Uraufführung von Zimmermanns Briefoper 1992. © Walter Zimmermann

© Walter Zimmermann

© Walter Zimmermann