26.03.2020

Herausgeputzt

Nun ist der grandiose Geburtstag, der nicht gefeiert werden konnte, bereits vorbei. Ich spaziere durch das Haus, in dem der kleine Hölderlin seine ersten Jahre verbrachte. Es ist fast alles fertig, in der Scheune leuchten Hölderlins »Spezialworte« – weithindämmernd, lebenatmend, tiefschütternd, schönausgleichend, heiligtrauernd – zum Trauern gibt es aber nicht wirklich einen Grund, denn dieses Haus bleibt ja auch nach der Corona-Krise ein neues Juwel im Reigen der Hölderlin-Orte.

Je weiter die Arbeiten am Haus voranschritten, desto beeindruckender wurden die Räume, die – sehr verwunderlich! – noch denselben Zuschnitt haben wie zur Zeit der Hölderlins. Die Wände leuchten in einem hellen Graublau, das bei Wanduntersuchungen als die Farbe der damaligen Einrichtung bestimmt werden konnte.

Dass nach so vielen Jahren die Treppe noch unverändert ist, das Pflaster im Hof erhalten ist und sogar in einem Zimmer der alte Dielenboden – verblüffend.


Nun hat das Haus aber erstmal Pause nach dieser Renovierungs- und Neueinrichtungs-Kur. Ich schaue im Dachgeschoss unter der historischen Stuckdecke aus dem Fenster – bald können sie hoffentlich kommen, die Besucherinnen und Besucher.

Eva Ehrenfeld
Leiterin des Hölderlinhauses in Lauffen am Neckar


Hier einige Impressionen im Bewegtbild (SWR).

© Eva Ehrenfeld

© Eva Ehrenfeld

© Eva Ehrenfeld

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