02.04.2020

Nachgefragt: Klaus Hemmerle, freischaffender Regisseur und Schauspieler

Was war Ihre erste/letzte Begegnung mit Hölderlin?
Nicht die erste und nicht die letzte aber die magischste:
in Heidelberg auf dem Philosophenweg vor dem roten Sandstein, in den die erste Strophe von ›Heidelberg‹ eingraviert ist, stand mein schauspielerisches Idol, Ulrich Wildgruber, und murmelte die Verse vor sich hin, bevor er, der Wanderer, mit wiegenden Schritten im Wald verschwand.

Haben Sie ein Lieblingsgedicht/Lieblingszitat von Hölderlin?
Das Ende von ›Andenken‹:

»... Es nehmet aber
Und gibt Gedächtnis die See,
Und die Lieb auch heftet fleißig die Augen,
Was bleibet aber, stiften die Dichter.«

Welche Frage würden Sie Hölderlin stellen, wenn Sie ihm begegnen würden?
Holder, was ist in Frankreich passiert? Und: warst Du noch rechtzeitig in Frankfurt, als Suzette starb?


Klaus Hemmerle hat Peter Weiss´ Stück ›Hölderlin‹ an der Württembergischen Landesbühne Esslingen inszeniert.

© Thomas Nideröst

© Thomas Nideröst