28.04.2020

Nachgefragt: Prof. Philip Kurz, Geschäftsführer der Wüstenrot Stiftung

Was war Ihre erste Begegnung mit Hölderlin?
Meine Oma hat immer gesagt: »Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch«. Auch wenn ich als Kind nicht wusste, dass das aus einer Hymne von Hölderlin ist.

Haben Sie ein Lieblingsgedicht/Lieblingszitat von Hölderlin?
»Wer das Tiefste gedacht, liebt das Lebendigste«. Das ist eine Zeile aus ›Sokrates und Alcibiades‹. Dieses kleine zweistrophige Gedicht ist das größte. In den wenigen Zeilen geht es quasi um alles: Schönheit und Weisheit, Jugend und Alter, Liebe und Denken, Gegensätze und Harmonie. Unübertrefflich.

Was viele Leute nicht über Hölderlin wissen...
… dass er über seine Ahnin Regina Burckhardt direkt mit Uhland, Gerok, Schelling, Hauff, Kerner, Hegel, Vischer und Ottilie Wildermuth verwandt war.

Was haben Sie von Hölderlin gelernt?
Dass man nicht viele Worte braucht.

Welche Frage würden Sie Hölderlin stellen, wenn Sie ihm begegnen würden?
Alter, wie geht’s dir heute?

Die Wüstenrot Stiftung hat die Sanierung des Hölderlinturms in Tübingen großzügig unterstützt und Gestaltung des Gartens finanziert.

Foto: Stefanie Hartman

Foto: Stefanie Hartman