06.08.2020

Hölderlinporträt des Künstlers Massimiliano Pironti übergeben

Im Hölderlinhaus in Lauffen a.N. kann das hyperrealistische Hölderlinporträt des italienischen Künstlers Massimiliano Pironti entdeckt und bestaunt werden. Kunst- und Kulturförderer Heinz-Dieter Schunk und seine Tochter Kristina hatten die Idee zu einem solchen Porträt, haben es in Auftrag gegeben und dem Hölderlinhaus anlässlich dessen Eröffnung geschenkt.

Über das Aussehen Hölderlins kann heute niemand mehr Gewissheit haben. Es gibt 13 Zeichnungen aus verschiedenen Lebensphasen des Dichters, wobei das bekannteste Bild das von Franz Carl Hiemer 1792 gemalte Pastell ist. Am Werk von Hiemer orientierte sich auch der aus Rom stammende und in Stuttgart lebende Künstler Pironti. Er ist Preisträger des internationalen BP Portrait Award der National Portrait Gallery in London und Spezialist für hyperrealistische Porträtmalerei. »Eine gute Abbildung eines Menschen muss seine Seele erahnen lassen«, sagt er. »In meinem Porträt ist Hölderlins Reinheit und Schönheit von Innerlichkeit begleitet, die ich im intensiven, vielleicht melancholischen Blick, und der intimen Szene jenseits einer konkreten Zeit und eines konkreten Orts sehe.« Die Details ebenso wie die Tiefe der Darstellung des Hyperrealismus bringen den gezeigten Menschen in einer Weise zur Geltung, als wäre er persönlich anwesend.

Für die Schaffung des Porträts beschäftigte sich Pironti intensiv mit der Lebensgeschichte und dem Werk Hölderlins. Dem Betrachter will er einen Zugang zu Hölderlin, zu seinem Denken und seiner Art zu leben ermöglichen. Die Quintessenz erkennt er in dem Satz – einem Zitat vom Epitaph des Ignatius von Loyola (1491-1556) – den der Schriftsteller über sein Hauptwerk ›Hyperion oder der Eremit in Griechenland‹ geschrieben hat: »Non coerceri maximo, contineri minimo, divinum est«, auf deutsch: »Vom Größten nicht begrenzt, vom Kleinsten umfasst zu sein, ist göttlich.«

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v.l.n.r. Ehrenbürger Heinz-Dieter Schunk, Massimiliano Pironti, Kristina Schunk © Ulrike Kieser-Hess

v.l.n.r. Ehrenbürger Heinz-Dieter Schunk, Massimiliano Pironti, Kristina Schunk © Ulrike Kieser-Hess

›Friedrich Hölderlin‹ von Massimiliano Pironti, 2020 © Massimiliano Pironti – Fotograf Frank Kleinbach

›Friedrich Hölderlin‹ von Massimiliano Pironti, 2020 © Massimiliano Pironti – Fotograf Frank Kleinbach