24.09.2020

Nachgefragt: Annette Reisinger, 2. Violinistin im Minguet Quartett

Was war Ihre erste/letzte Begegnung mit Hölderlin?
Die erste Begegnung: ›Hälfte des Lebens‹ – die letzte Begegnung: das Streichquartett von Nono (beim Konzert in der Kölner Philharmonie am 17.09.)

Haben Sie ein Lieblingsgedicht/Lieblingszitat von Hölderlin?
»... das weißt aber Du nicht...«

Was viele Leute nicht über Hölderlin wissen...
Die meisten Leute wissen überhaupt nichts über Hölderlin.

Was haben Sie von Hölderlin gelernt?
Den Geist von seinen Fesseln zu befreien.

Welche Frage würden Sie Hölderlin stellen, wenn Sie ihm begegnen würden?                 
Diese Frage finde ich zu profan. »... aber er muss doch...«

Darum sollte man auch 2020 noch über Hölderlin schreiben/lesen/forschen etc.:        
Weil sein Werk zeitlos ist und daher zu jeder Zeit neu gelesen und verinnerlicht werden kann.

Was macht es mit Ihnen, Hölderlin zu interpretieren?
Man begibt sich auf eine andere Bewusstseinsebene – zwischen höchster Konzentration und einem schwebenden Geisteszustand.


Das Minguet Quartett hat in seinen Konzerten immer wieder Hölderlin-Vertonungen im Programm, so z. B. Luigi Nonos ›Fragmente – Stille – an Diotima‹ oder Peter Ruzickas 6. Streichquartett mit Sopran-Solo ›Erinnerung und Vergessen‹ (2008).

Foto: Frank Rossbach

Foto: Frank Rossbach