Hölderlin-Orte

Stuttgart


Hölderlin-Bezug

Wohnort der Freunde Hölderlins



Attraktivitäten zum Jubiläum

›Aufbrüche – Abbrüche. 250 Jahre Friedrich Hölderlin‹. Ausstellung in der Württembergischen Landesbibliothek


Hölderlins ›Stutgard‹-Handschrift (WLB Stuttgart)

Hölderlins ›Stutgard‹-Handschrift (WLB Stuttgart)

Stuttgart

Im Juni 1800 zog Hölderlin für ein halbes Jahr nach Stuttgart. Hier wollte er im Hause des befreundeten Kaufmanns Christian Landauer zwischen den ihn aufreibenden Stellen als Hofmeister Atem schöpfen. Hölderlins Aufenthalt in Stuttgart war zwar kurz, aber sehr produktiv. Er arbeitete an seinen Oden und den Elegien, so am großen Gedicht auf ›Stutgard‹, an der Landauer gewidmeten Elegie ›Der Gang aufs Land‹ und an der Ode ›Rückkehr in die Heimath‹. Das Haus Landauers lag an der Ecke Königstraße 48/ Gymnasiumstraße 1 – heute ein Neubaukomplex.

Zu den wenigen erhaltenen Gebäuden, in denen Hölderlin schon als Student ein- und ausging, zählt das ›Alte Waisenhaus‹ am Charlottenplatz, in dem Hölderlins Tübinger Studienfreund Christian Ludwig Neuffer seit September 1791 angestellt war. Durch Neuffers Vermittlung lernte Hölderlin auch den Stuttgarter Advokaten und Schriftsteller Gotthold Stäudlin kennen, der als Entdecker Hölderlins gilt und der 1791 die ersten vier Gedichte des 21-Jährigen veröffentlichte.

Hölderlin hielt sich auch nach seiner Stuttgarter Periode von 1800 immer wieder hier auf: sei es zum Besuch bei Freunden oder einfach nur zum Einkaufen. Hier, im Hause des Freundes Landauer, erreichte ihn im Sommer 1802 wohl auch die Nachricht vom Tod seiner großen Liebe Susette Gontard. Ein letztes Mal kam Hölderlin im Juni 1804 in Begleitung des Homburger Diplomaten Isaac von Sinclair nach Stuttgart: Im Hotel ›Römischer Kaiser‹, das am Rotebühlplatz lag, fand jenes Abendessen mit politischen Freunden statt, das später zu Sinclairs Denunziation und Verhaftung beitrug und zugleich Hölderlin als Mitwisser in akute Bedrängnis brachte. Dank eines Gutachtens, das Hölderlin »Wahnsinn« attestierte, wurde er nicht belangt.

In Stuttgart erinnern heute ein Gymnasium und der Hölderlinplatz mit seiner 2004 aufgestellten Hölderlin-Säule an den Dichter: Großflächige Textzitate und Hölderlins Handschrift weisen auf die herausragende Rolle hin, die Stuttgart mit dem Hölderlin-Archiv und der ›Stuttgarter Ausgabe‹ für die Wirkung des Dichters auch heute noch spielt.

 

Highlight

Veranstaltungen

Landauers Haus (WLB Stuttgart)

Landauers Haus (WLB Stuttgart)

›Hölderlin-Säule‹ nach einem Entwurf von Michael Trieb. © Andrea Nuding

›Hölderlin-Säule‹ nach einem Entwurf von Michael Trieb. © Andrea Nuding