Hölderlin-Orte

Jena


Hölderlin-Bezug

Begegnung mit Schiller und Goethe, Arbeit am ›Hyperion‹



Attraktivitäten zum Jubiläum

Hölderlins Orte – Fotografien von Barbara Klemm. Ausstellung im Romantikerhaus


Jena in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts (Stadtmuseum Jena)

Jena in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts (Stadtmuseum Jena)

Jena

Hölderlin war seinem verehrten Landsmann Friedrich Schiller im Herbst 1794 nach Jena gefolgt. Die ehemalige Weinbauernstadt an der Saale hatte sich nach Ansiedlung der protestantischen Universität zu einem Zentrum des Geisteslebens in Deutschland entwickelt. Insbesondere mit den Berufungen von Schiller zum Geschichts- und Johann Gottlieb Fichte als Philosophieprofessor wurde die Stadt zu einem Anziehungspunkt für Studenten, Literaten und Gelehrte. Schon kurz nach seiner Ankunft in Jena hörte der 24-Jährige Hölderlin begeistert die Vorlesungen Fichtes. Zunächst wohnte er in der Zwätzengasse 9, später in Rufweite Schillers, in dessen Haus er auch erstmals Goethe begegnete – einem ihm allerdings Unbekannten, den er in seiner Fixierung auf Schiller ignorierte.

Es war Schillers Förderung, auf die Hölderlin hoffte – und die er erhielt. Schon vor Hölderlins Ankunft in Jena hatte der elf Jahre Ältere ein ›Fragment von Hyperion‹ in seiner Zeitschrift ›Thalia‹ abgedruckt. In Hölderlins Jenaer Winter entstand dann die metrische Fassung des ›Hyperion‹ und im folgenden Frühjahr empfahl Schiller den »kleinen Roman«, der »recht viel genialisches« habe, seinem Verleger Cotta; seinen Bekannten stellte er das junge Talent als seinen »liebsten Schwaben« vor. Und noch sechs Jahre nach seiner überstürzten Abreise aus Jena im Mai 1795, über deren Gründe nur gemutmaßt werden kann, erhoffte sich Hölderlin hier in Schillers Schatten eine Professur »auf dem Gebiete der griechischen Literatur«. Die »Karaktere der großen Dichtungen« zu zeigen und zu erklären, »was für ein Geist es war, der den Stoff zu organisiren und darin das poetische Leben zu befreien vermochte«, bot er an – an jenem Ort, an dem er selbst die »Nähe der wahrhaft großen Geister« als ebenso erhebend wie niederschlagend empfunden hatte.

 

Highlight

Veranstaltungen

Christian Carl Ludwig Hess, Jenaer Stadtansicht mit Fürstengraben, kolorierte Radierung, um 1812 (Stadtmuseum Jena)

Christian Carl Ludwig Hess, Jenaer Stadtansicht mit Fürstengraben, kolorierte Radierung, um 1812 (Stadtmuseum Jena)

Im ehemaligen Kirstenschen Haus am Jenaer Marktplatz traf Hölderlin in der Wohnung Schillers auch auf Goethe (Stadtmuseum Jena)

Im ehemaligen Kirstenschen Haus am Jenaer Marktplatz traf Hölderlin in der Wohnung Schillers auch auf Goethe (Stadtmuseum Jena)