Hölderlin-Orte

Heidelberg


Hölderlin-Bezug

erste längere Reise, auf die später weitere Besuche folgen


Hölderlins erster, ungekürzter Entwurf seiner Ode ›Heidelberg‹ (Kurpfälzisches Museum Heidelberg)

Hölderlins erster, ungekürzter Entwurf seiner Ode ›Heidelberg‹ (Kurpfälzisches Museum Heidelberg)

Heidelberg City of literature

Auch die Neckarstadt Heidelberg hinterließ bei Hölderlin einen tiefen, bleibenden Eindruck: 1798 widmete der Dichter die Ode ›Heidelberg‹ – sein »schönstes Gedicht« (Eduard Mörike) – der Stadt samt ihrem Schloss und der seinerzeit noch neuen Neckarbrücke, die heute den Namen ›Alte Brücke‹ trägt. Zehn Jahre zuvor, 1788, unternahm Hölderlin als achtzehnjähriger Klosterschüler von Maulbronn aus eine Reise, die ihn zum ersten Mal über die Grenzen der engeren Heimat hinaus führte  – unter anderem auch nach Heidelberg. Seiner Mutter schrieb er sichtlich beeindruckt: »Die Stadt gefiel mir außerordentlich wohl. Die Lage ist so schön, als man sich je eine denken kan. Auf beiden Seiten und am Rüken der Stadt steigen steile walddichte Berge empor, und auf diesen steht das alte, ehrwürdige Schloß«. Und er fährt fort: »Merkwürdig ist auch die neue Brüke daselbst«. Man blicke, so Hölderlin, von hier nicht nur in die Ferne, sondern fühle den Drang, sich den »Fluhten der Zeit« zu überlassen. Es war Hölderlins erster, aber nicht letzter Besuch der Stadt: Mindestens ein weiteres Mal hielt sich der Dichter in Heidelberg auf, vermutlich Ende Mai 1795 auf der Rückreise von Jena nach Nürtingen. Mit seiner Ode ›Heidelberg‹ hat er der Stadt ein immerwährendes literarisches Denkmal gesetzt. Der erste, noch tastende Entwurf befindet sich heute im Kurpfälzischen Museum der Stadt. Eine spätere Reinschrift liegt in der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart. Zugleich prägt die Verbindung Heidelbergs mit diesem Dichter auch seit über einem Jahrhundert im täglichen Leben die Identität der Stadt: Durch den Kreis um Stefan George wurde Hölderlin der Weg in die Weltliteratur gebahnt. 1910 wurde erstmals eine Straße nach Hölderlin benannt. Es gibt die Hölderlin-Anlage am Philosophenweg; dort ist die erste Strophe der Ode auf einem Gedenkstein zu lesen. Das Hölderlin-Gymnasium erhielt 1937 seinen heutigen Namen.

 

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© Barbara Klemm

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© Tobias Schwerdt / Heidelberg Marketing GmbH

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Christian Philipp Koester: Schloss und Stadt Heidelberg, um 1816. Abschiedsgeschenk Heidelberger Professoren für ihren nach Berlin berufenen Kollegen Hegel (Kurpfälzisches Museum Heidelberg)

Christian Philipp Koester: Schloss und Stadt Heidelberg, um 1816. Abschiedsgeschenk Heidelberger Professoren für ihren nach Berlin berufenen Kollegen Hegel (Kurpfälzisches Museum Heidelberg)