Vortrag & Tagung

Hölderlin war nicht verrückt. Von Dr. Reinhard Horowski

13.03.2020, 19:00 Uhr
Aschaffenburg
vhs-Haus, Saal, Luitpoldstr. 2

Zum Ruhm Hölderlins haben nicht nur seine Dichtungen beigetragen, sondern auch sein angeblicher oder wirklicher Wahnsinn. Es war der französische Germanist Pierre Bertaux, der 1978 die These aufstellte, Hölderlin sei, inspiriert von der Französischen Revolution, Anhänger einer „Schwäbischen Republik“ gewesen, sei verraten und von Wohlgesinnten für geisteskrank erklärt worden, um ihn vor einem Hochverratsprozess samt Kerkerhaft zu schützen. Der Dichter habe sich also die letzten 35 Jahre seines Lebens mit dem Mantel der Verrücktheit umgeben, um gefahrlos weiterhin dichten zu können. Dr. Reinhard Horowski, Arzt und Pharmakologe, knüpft bei Bertaux an und widerlegt die verbreitete Diagnose, es habe sich bei Hölderlin um Schizophrenie gehandelt. Dessen „Absonderlichkeiten“ seien vielmehr Folgeschäden einer barbarischen Misstherapie. Der Vortrag eröffnet unsere Reihe anlässlich Hölderlins 250. Geburtstag. Beachten Sie bitte auch die Sonderseite.

Kursnr. 132202

Eintritt: 5 EUR