Ausstellung & Installation

Besuchen – Bilden – Schreiben. Das Kloster Maulbronn und die Literatur

01.01.2020 – 31.12.2021
Maulbronn
Städtisches Museum im Kloster-Infozentrum, Klosterhof 5

Hölderlins Maulbronner Zeit bildet einen Schwerpunkt der Ausstellung. © David Franck

Hölderlins Maulbronner Zeit bildet einen Schwerpunkt der Ausstellung. © David Franck

Maulbronn war mehr als alle anderen deut­schen Klöster auch ein Ort der Literatur. Brachten die Mönche in das 1147 gegründete Kloster nur eine Bibel und wenige liturgische Schriften mit, so wuchs über die Jahrhunderte durch Kopieren, Übersetzen und Verfassen neuer Texte aus den bescheidenen Anfängen eine ganze Bibliothek. Indes ist Maulbronn länger ein Schul- als ein Mönchsort gewesen: Nach der Reformation wurde die Zisterzienser- Abtei in eine bis heute bestehende evangeli­sche Schule umgewandelt, die weit über die württembergische Bildungslandschaft hinaus eine wichtige Rolle gespielt hat. Für die geistige – und auch die literarische – Elite Württembergs war Maulbronn nach der Refor­mation ein maßgeblicher Bildungsort, von dem aus »geordnete und entgleisende« Berufswege (Theodor Heuss) wegführten. Hier hat neben Friedrich Hölderlin auch Hermann Hesse zum Teil leidvolle Erfahrungen gemacht. In drei Abteilungen überblickt die Ausstellung mehr als acht Jahrhunderte und gibt fast 50 Schrift­stellerinnen und Schriftstellern eine Stimme, die in den Mauern des Klosters gelebt und gelernt oder die es besucht haben. Kloster und Klosterschule waren immer Orte des Schrei­bens und der Inspiration. Hölderlins Klosterjahre nehmen in der Ausstellung einen zentralen Platz ein, ebenso die Hesses, der nach der Lek­türe eines Hölderlin-Gedichts den Entschluss fasste, »entweder ein Dichter, oder gar nichts« zu sein.

Dauerausstellung

November – Februar: 9.30 – 17 Uhr
März – Oktober: 9 – 17.30 Uhr
Eintritt frei (Führungen auf Anfrage)