Ausstellung & Installation

Die neue Dauerausstellung im Hölderlinturm

15.02.2020 – 31.12.2021
Tübingen
Hölderlinturm, Bursagasse 6

Hölderlinturm mit dem ehemaligen Universitätsklinikum im Hintergrund. © Gudrun de Maddalena

Hölderlinturm mit dem ehemaligen Universitätsklinikum im Hintergrund. © Gudrun de Maddalena

Der Tübinger Turm, in dem Hölderlin die zweite Hälfte seines Lebens verbracht hat, öffnet im Jubiläumsjahr wieder seine Türen – saniert und mit einer völlig neuen, medial innovativen Dauerausstellung, in deren Zentrum das einzig erhaltene Möbelstück des Dichters steht: der Tisch, auf den er »mit der Hand geschlagen, wenn er Streit gehabt – mit seinen Gedanken« (Lotte Zimmer). Hölderlins Auseinandersetzung mit Rhythmen und Betonungen, seine revolutionäre Arbeit an der Sprache, wird im neuen Turm nicht nur zum Thema, sondern zur körper­lichen Erfahrung: in allen Räumen der Ausstel­lung wird sie hör- und spürbar. Im angrenzenden, von der Wüstenrot Stiftung neu gestalteten Garten kann sie auf einer eigens dafür konzi­pierten Gedichtlaufstrecke sogar in Bewegung übersetzt werden. Zudem lädt das Sprachlabor dazu ein, mit Silben, Worten und Versen zu experimentieren und Hölderlins lyrische Baustellen zu begehen.

Die Ausstellung widmet sich Hölderlins Studienjahren am Tübinger Stift, seiner Begeis­terung für die Französische Revolution und für das antike Griechenland und auch den »harten Fügungen« in seinem Leben und Werk jen­seits der Universitätsstadt am Neckar. Sicht- und hörbar wird auch die große Inspirationskraft, die Hölderlin für die Literatur, die Musik und die bildende Kunst hatte. Das erste Exponat aller­dings ist das Gebäude selbst mit seiner schwierigen Authentizität. Der bekannteste Hölderlin-Erinnerungsort regt noch immer die Phantasie an: Wie sah Hölderlins Alltag aus? Sind seine Turmgedichte tatsächlich nur noch schwache Reste seiner großen Dichtkunst? Wie war sein geistiger Zustand wirklich? Die neue Dauerausstellung stellt sich auch diesen Fragen.